23. Juli 2017
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Perspektiven
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Etwas Gro├čes entsteht aus Kleinem

Es ist vollbracht! Die deutsche Sprache und vor allem deutsche Schrift erh├Ąlt ein St├╝ck weit Selbstbewusstsein zur├╝ck. Dem im Deutschsprachigen einmaligen kleinen "├č" wird nun endlich nach Jahren der Einsamkeit ein gro├čes Pendant gereicht. Die Presse feiert dies als Revolution im Deutschsprachigen, denn fortan wird es exakter, deutlicher, eindeutiger sein, weil man nun Herrn MEISSNER von Herrn MEI├čNER unterscheiden kann. Verwechslungen ausgeschlossen! Zwei Fragen bleiben dennoch: (1) Wenn das "├č" jetzt auch als Gro├čbuchstabe existiert, dann kann ich doch auch W├Ârter mit "├č" beginnen lassen? Einige abenteuerlustige Eltern, werden dann wohl ihrem Nachwuchs Namen wie ├čiegfried oder ├čascha oder ├čabine geben, damit ihr Kind etwas Besonderes ist. Besonders wird es auch sein, diese Schreibweise permanent diktieren zu m├╝ssen. Schnell wird so der Nachwuchs zu ├čiegfried mit "├č" anstatt einfach nur ├čiegfried. (2) Als zweites frage ich mich nach aller Reformwut, warum man an diesem Buchstaben festh├Ąlt, so ├Ąsthetisch ansprechend er auch sein mag? Warum l├Âst man ihn nicht einfach wieder als "sz" oder dann "Sz" auf? Damals als reines Druckerzeichen erfunden ist er l├Ąngst nicht mehr zeitgem├Ą├č und seine Gro├čschreibumwandlung in Doppel-S war so ja auch nie ganz korrekt gewesen. Wom├Âglich hat dieses "├č" dann doch viel mehr mit Identit├Ąt und Deutschsprachig-Sein zu tun, als man sich auf den ersten Blick eingestehen m├Âchte. Gleichsam etwas Heiliges, das man nicht anr├╝hrt. Ein Alleinstellungsmerkmal, einzigartig auf der Welt, unsterblich.
  • Sprache
  • Schrift
  • Buchstabe
  • ├č
Dennis Nolte am 02.07.2017 - 10:42 Uhr
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